Eines meiner Lieblingsorte in Prag ist das Geländes des Kloster Strahov. Es befindet sich an den grünen Hängen der Prager Berge unweit der Prager Burg. Ein Höhepunkt des Besuches ist der Biergarten, dessen selbstgebraute Pivo eines der besten tschechieschen Biere ist und mit Auszeichnungen überschüttet wurde. Jedoch besonders beeindruckend fand ich immer die Bibliothek des Klosters. Wer jedoch keine Lust hat den Berg zum Strahov hochzulaufen, kann sich auch in der Prager Innenstadt eine der schönsten Bibliotheken des Landes ansehen. Unmittelbar an der Karlsbrücke auf der Seite des Altstädter Brückenturm gelegen,fand ich das Clementinum. Es war ein altes Prager Jesuiten-Kolleg. Dem umfangreichen Barockgebäude wird nachgesagt, dass das ganze Gelände größer ist als die Prager Burg. Heute beherbergt es unter anderem die Tschechische Nationalbibliothek. Ein paar Worte zur Geschichte. 1556 kam der Jesuitenorden auf Einladung des Kaisers Ferdinand nach Prag. Die anfänglichen schwierigen Zeiten wurden erst mit dem Einsetzen der Gegenreformation etwas besser. In diesen Zeiten wurde dann auch das ehemalige Klostergelände wieder etwas aufgemöbelt und einige neue Gebäude hinzugefügt. Ab Mitte des 17. Jhd. bauten die Jesuiten dann den bis heute erhaltenen großen Gebäudekomplex im Barockstil um.